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Gesundheit & Pflege

Anschlussheilbehandlung

Was ist eine Anschlussheilbehandlung/-rehabilitation (AHB)?

  • Eine AHB ist eine besondere medizinische Rehabilitationsmaßnahme, die dazu dient, nach schweren akuten Krankheiten oder Unfällen verloren gegangene Körperfunktionen wieder zu erlangen und/oder bestmöglich zu kompensieren.
  • Sie schließt unmittelbar oder im engen zeitlichen Zusammenhang an eine Akutbehandlung im Krankenhaus an und kann stationär, teilstationär oder ambulant erfolgen.
  • Die Dauer ist abhängig von Indikation und Rehabilitationsverlauf. Sie beträgt in der Regel drei Wochen.
  • Eine AHB erfolgt sehr häufig in speziellen Rehabilitationskliniken bzw. gemischten Krankenanstalten. Dies sind Krankenhäuser, die auch Kuren und Sanatoriumsbehandlungen durchführen oder Genesende aufnehmen.
Wie gliedert sich die gesundheitliche Versorgung auf?

Die gesundheitliche Versorgung gliedert sich gegenwärtig in drei wesentliche Bereiche:

  • Die Primärversorgung (ambulante Behandlung durch niedergelassene Ärzte)
  • Die Akutversorgung (stationäre Versorgung im Krankenhaus)
  • Die Rehabilitation

Ein wesentlicher Teil der Rehabilitation ist die Anschlussrehabilitation/Heilbehandlung (AHB). Die AHB ist eine ganztägig ambulante oder stationäre Leistung zur medizinischen Rehabilitation. Die Besonderheit dieser Leistung besteht darin, dass sie sich unmittelbar an eine stationäre Krankenhausbehandlung anschließt. Die Einleitung einer Anschlussrehabilitation erfolgt bereits im Krankenhaus. Das Krankenhaus stellt auch die Erforderlichkeit fest. Rehabilitationsleistungen sind in Deutschland Aufgabe der verschiedenen Sozialversicherungsträger, das heißt der gesetzlichen Kranken-, Renten- und Unfallversicherung (§ 6 SGB IX).

  • Behandlungen, die der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit bzw. Wiedereingliederung ins Berufsleben dienen, übernimmt die Rentenversicherung.
  • Die Unfallversicherung zahlt die Reha-Leistungen, wenn diese ursächlich nach einem Unfall am Arbeitsplatz notwendig geworden sind.

Etwa 66 % aller Fälle entfallen auf die o. g. beiden Träger.

  • Die Krankenversicherung finanziert Rehabilitationsleistungen, wenn diese erforderlich sind, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Beschwerden zu lindern, sofern die Erwerbsfähigkeit nicht erheblich gefährdet oder gemindert ist. Sie ist auch zuständig, wenn es darum geht, einer drohenden Behinderung oder Pflegebedürftigkeit vorzubeugen.

Nach dem MB/KK 2009 ist die PKV von Leistungen im Bereich der Reha ausgenommen: § 5 MB/KK 2009 Einschränkung der Leistungspflicht

  • für Kur- und Sanatoriumsbehandlung sowie für Rehabilitationsmaßnahmen der gesetzlichen Rehabilitationsträger, wenn der Tarif nichts anderes vorsieht.

Mit der Beendigung des Versicherungsschutzes in der GKV verliert der Versicherungsnehmer einen Teil seiner Reha-Ansprüche. Deswegen ist es notwendig, einen Tarif zu erwerben, der zumindest die Anschlussheilbehandlung in seinen Bedingungen zusätzlich einschließt.

Kurleistungen

Anders als die AHB bei schweren akuten Krankheiten oder Unfällen gibt es oft in Verbindung mit chronischen Erkrankungen weitere Angebote von Ärzten, Kur- oder Rehaeinrichtungen. Diese dienen vorrangig der gesundheitlichen Stabilisierung bzw. Erhaltung der Arbeitsfähigkeit. Kurleistungen fallen in der Regel nicht in den Versicherungsschutz einer privaten Krankenversicherung, da es sich nicht um eine medizinisch notwendige Heilbehandlung, sondern vielmehr um das „Lindern einer bestehenden Erkrankung“ handelt. Einige Versicherer erstatten im Rahmen von Kuren jedoch die Kosten für die medizinisch notwendigen Maßnahmen, wie z. B. die ärztlichen Leistungen, Arzneimittel und Heilmittelanwendungen. Für die Fahrtkosten, Unterbringung und Verpflegung werden keine Leistungen zur Verfügung gestellt. Hier empfiehlt sich ggf. der Abschluss einer Kurtagegeldversicherung.

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